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Die methodistische Arbeit in Nordafrika wurde im Jahr 1908 durch Missionare aus den USA begonnen. Bevor Algerien im Jahre 1962 unabhängig wurde, gab es für die kirchliche Arbeit in diesem Land keinerlei Einschränkungen. Offene Evangelisationstätigkeit war erlaubt. Zum Besitz der Methodistischen Kirche gehörten Kirchengebäude, Kinderheime und Kliniken. Damals war die Kirche in Nordafrika als Jährliche Konferenz konstituiert, zu der auch einheimische Pastoren, Laienprediger und Evangelisten gehörten. Dann löste sich das Land von Frankreich – ein folgenschwerer und für viele schmerzlicher Punkt in der Geschichte des Landes. Viele einheimische Christen verliessen das Land, weil sie glaubten, in einem unabhängigen Algerien hätte es keinen Platz mehr für eine christliche Kirche. Acht Jahre später schliesslich ereignete sich das, was die folgende Zeit nachhaltig prägte: Die Hälfte der methodistischen Missionare wurde ausgewiesen, Kinderheime und Internate mussten geschlossen werden, und kirchliches Eigentum wurde vom Staat übernommen.
1972 vereinigte sich die Evangelisch-methodistische Kirche mit den meisten anderen evangelischen Denominationen zur Protestantischen Kirche Algeriens, und die methodistische Arbeit in Nordafrika wurde als Distrikt der Jährlichen Konferenz Schweiz-Frankreich organisiert. Zu dieser Arbeit gehört auch noch der von verschiedenen christlichen Kirchen getragene Dienst in Tunis/Tunesien, dessen Schwerpunkt heute im sozial-diakonischen Bereich (Abgabe von Lebensmitteln, Kleidern und Medikamenten), in der Begleitung schwarzafrikanischer Immigranten und in der Organisation von ökumenischen Gottesdiensten und Universitäts-Bibelgruppen liegt.
Heute ist die christliche Kirche eine verschwindend kleine Minderheit in Algerien, einem Staat, in dem der Islam zur Staatsreligion geworden ist. War noch vor einiger Zeit ein geordneter Gemeindedienst, wenn auch unter staatlich angeordneten Einschränkungen (Evangelisationsverbot in der Öffentlichkeit, Verbot Aktivitäten zu betreiben, die nicht mit dem kirchlichen Dienst in Verbindung stehen, Verbot sich muslimischer Kinder, Jugendlicher oder Studenten anzunehmen), möglich, so hat die politische und religiöse Entwicklung der letzten Jahre die methodistische Arbeit in diesem Land leider nicht wirklich erleichtert.
Doch es gibt Gottesdienste, Bibelstunden, Trauungen und Taufen. Es gibt eine langjährige ökumenische Zusammenarbeit. Und das Evangelium wird nicht nur verkündigt, sondern auch auf ganz praktische Art und Weise gelebt, weshalb immer , wieder neue Menschen ihr Interesse am christlichen Glauben zum Ausdruck bringen.
Strukturell gehören die methodistischen Gemeinden in Algerien und die methodistische Arbeit in Tunesien immer noch zur Jährlichen Konferenz Schweiz-Frankreich. Treu und im Vertrauen darauf, dass Gott ihnen rechtzeitig die Antworten auf die Fragen bezüglich ihrer Zukunft schenken wird, stellen sie sich der Herausforderung, in einem muslimischen Kontext als glaubwürdige christliche Kirche zu leben und zu dienen.
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