Länder Makedonien

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Die EMK in Makedonien

 

Vor 140 Jahren legten Missionare aus den USA den Grundstein der protestantischen Arbeit im Gebiet der heutigen Republik Makedonien. Zum Aufbau dieser Arbeit trugen auch frühere makedonische Freiheitskämpfer bei, die ihr Land aus dem Osmanischen Reich herauszulösen versucht hatten und dabei verhaftet worden waren. Im Gefängnis von Thessaloniki wurden sie regelmässig von Missionaren aus den USA besucht. Als Folge davon kehrten sie nach ihrer Entlassung mit einer neuen Mission in ihre Heimat zurück: das Evangelium weiterzugeben.

Die methodistischen Bewegung in Makedonien hätte sich aber kaum so gut entwickelt, wären nicht einige äusserst glaubensstarke und mutige Frauen («Bibelfrauen») gewesen, die sich um des Evangeliums willen in entlegene Gebiete wagten und dabei weder schlechte Strassen noch Schmähworte oder gar Prügel und Steinwürfe scheuten. Diese «Bibelfrauen» gaben nicht nur das Evangelium weiter; sie lehrten die Frauen auch lesen und schreiben (wodurch diese selber die Bibel lesen konnten), organisierten Nähgruppen und Krankenpflegekurse und standen den Menschen in verschiedenster Hinsicht mit Rat und Tat zur Seite. Beinahe überall, wo zuvor «Bibelfrauen» tätig gewesen waren, entstanden später nicht nur Dorfschulen, sondern auch Gemeinden.

Diese neu entstandenen Gemeinden wurden anfangs allerdings hart bekämpft, obwohl sich deren Mitglieder immer auch für das Wohl der ganzen Gemeinschaft einsetzten: Einige ihrer Versammlungsräume wurden abgebrannt, und wer sich zum Christentum bekehrte, wurde anfangs oft ins Gefängnis geworfen. Aber die Gemeinden widerstanden den Anfeindungen und überlebten. Sie existieren auch heute noch – und wachsen!

Heute ist die EMK zwar eine durch die Republik Makedonien öffentlich-rechtlich anerkannte Kirche (und sogar in der Verfassung erwähnt). Herausforderungen gibt es aber noch immer. Die vergangenen Jahre mit politischen Unruhen, Krieg und Flüchtlingsströmen zogen eine wirtschaftliche Misere nach sich. 40% der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sind arbeitslos; viele Menschen leben weit unter der Armutsgrenze. Ein tragendes Sozialhilfenetz gibt es noch nicht wirklich (30 Euro Sozialhilfe pro Monat für eine vierköpfige Familie reichen nirgends hin). Allein die Kosten für Lebensmittel, Brennholz und Medikamente übersteigen heute die Möglichkeiten vieler.

Voller Hingabe und Vertrauen versuchen die Gemeinden, dieser Not mit Worten der Hoffnung und Taten der Liebe zu begegnen. So haben sie z.B. an mehreren Orten eine evangelistische und soziale Tätigkeit für Roma entwickelt. Ebenso wichtig wie die individuelle Sozialhilfe für in Not geratene Menschen ist aber auch die institutionalisierte Diakonie: So hat die EMK mit grosszügiger internationaler Unterstützung in Strumica, einer Stadt im Osten des Landes, ein Sozialzentrum aufgebaut. Dieses versorgt unter anderem im Rahmen des Projekts «Essen auf Rädern» 130 alte, bedürftige Menschen der Umgebung mit einer täglichen warmen Mahlzeit und mit weiterer Hilfe. Ausserdem bietet es Unterstützung für behinderte Kinder und Jugendliche.

Von grosser Bedeutung ist der sehr lebendige Dialog mit anderen Kirchen (orthodox, katholisch) und Religionsgemeinschaften (Judentum, Islam). Er ist ein wichtiger Beitrag für eine gemeinsame, friedliche Zukunft des Landes.

Makedonien und Serbien sind heute zwei politisch eigenständige Länder; die EMK-Gemeinden bilden aber noch immer eine organisatorische Einheit (Jährliche Konferenz) mit zwei Distrikten.

Viele Menschen in Makedonien leben in Armut und Verzweiflung. «Komm zu uns herüber nach Makedonien und hilf uns.», der Ruf an Paulus in der Apostelgeschichte also, hat auch nach knapp 2‘000 Jahren nichts von seiner Aktualität verloren.


Statistische Informationen

 

Bevölkerung: 2,08 Mio.
Fläche: 25'333 km2
Hauptstadt: Skopje
EMK-Gemeinden: 13
Mitglieder/Freunde: 4'000
Pastorale Mitglieder: 7

(Februar 2015)