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Von 3. bis 6. Juni 2010 tagte die Jährliche Konferenz Österreich unter dem bewusst doppeldeutigen Motto «Living Christ». Hauptreferent Dr. Clive Marsh wies in seinem Referat darauf hin, dass die Kirchen sich um einen positiven Zugang zur gegenwärtigen Alltagskultur (Unterhaltungskultur) bemühen sollten: Was von Kirchen oft als «billige Unterhaltung» abgetan wird, ist für viele Menschen heute ein lebenswichtiger Bestandteil zur Stillung ihrer emotionalen und spirituellen Sehnsüchte, der durchaus seine berechtigten Seiten hat. Kirchen sollten nicht in Arroganz über diese Realität hinweggehen; vielmehr sollten sie den Menschen die Möglichkeit bieten, über «ihre» Musik, «ihre» Filme etc. zu reden und so mit ihren Sehnsüchten in Berührung kommen. Nur da, wo Menschen sich ernst genommen fühlen und mit ihren emotionalen Bedürfnissen wertgeschätzt wissen, gibt es eine Grundlage, um gemeinsam den lebendigen Christus zu entdecken.
Superintendent Pöll wies in seinem Bericht auf die erfreuliche Entwicklung der Kirche in den vergangenen Jahren hin: Bis in die achtziger Jahre war die EMK in Österreich eine kleiner werdende Kirche, in deren Gemeinden der Charme der Sechziger Jahre wehte. Doch konnte seither eine deutliche Trendwende erreicht werden: Die Gemeinden wurden offener und vielfältiger, die Kirchenräume moderner und freundlicher. Und seit Jahren ist ein geringes, aber stabiles Wachstum zu verzeichnen. Die Kirche wächst vor allem durch Menschen, die von ausserhalb zur EMK stossen. Überproportional haben sich in den vergangenen Jahren die Beiträge entwickelt, was zum Überleben der Kirche auch dringend nötig ist. Superintendent. Pöll betonte, dass er «keine andere Kirche unserer Grösse kennt, die das geschafft hat». Einziger Wermutstropfen ist, dass derzeit der durchschnittliche Gottesdienstbesuch rückläufig ist: Die Zahl der Menschen, welche in die Gottesdienste kommen, steigt zwar, dafür sinkt die Regelmässigkeit der Teilnahme.
Die Liegenschaft in St. Pölten – seit Jahren bauliches Sorgenkind der Liegenschaftsverwaltung – konnte im Mai 2010 erfolgreich verkauft werden. Die Gemeinde St. Pölten steht vor der Herausforderung, eine neue Bleibe finden zu müssen. Sie sieht diese Herausforderung aber durchaus als positive Chance. «Gemeindesein in Zukunft radikaler zu sehen als bisher».
Nachdem im Frühling die Zeitschrift «Methodist» eingestellt wurde, gab es nun einen erfreulichen Ausblick: die Kommission für Öffentlichkeitsarbeit wurde völlig neu organisiert und hat ein neues Konzept für die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit vorgestellt. Als erster Schritt soll die Homepage zu einer Kommunikationsplattform mit wöchentlich erscheinenden News umgebaut werden. Folgen sollen ausserdem ein druckbares Medium («Newsletter») sowie Schulungen für die Gemeinde-Öffentlichkeitsarbeit.
Mag. Martin Siegrist wurde im Rahmen der Konferenz als Laienprediger beauftragt. Im Abschlussgottesdienste wurde Christoph Petau als Lokalpastor beauftragt. Christoph Petau war altkatholischer Priester; seit vielen Jahren ist er aktives Mitglied in der Gemeinde Graz. Die Konferenz hat nun seine Ordination anerkannt und ihm eine Dienstzuweisung (ehrenamtlich) in Graz ausgesprochen.
Quelle: Pastor Stefan Schröckenfuchs, Wien/Österreich
Datum: 7. Juni 2010 |