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Die Wurzeln der methodistischen Arbeit in Albanien reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Amerikanische Missionare und später in zunehmendem Mass auch einheimische Mitarbeiter predigten und lehrten damals nicht nur das Evangelium, sondern sie engagierten sich ebenso stark in der praktischen Alltagshilfe. Vor allem der Einsatz für eine schulische Grundausbildung der Bevölkerung war von nachhaltiger Bedeutung. So führten die «Protestanten» während vieler Jahre nicht nur die einzige Mädchenschule in Albanien, sondern sie waren auch massgeblich an der Einführung eines allgemeinen Alphabets als Bindeglied zwischen den verschiedenen Teilen und Dialekten Albaniens beteiligt. Doch diese hoffnungsvolle Arbeit sollte nicht von Dauer sein.
Der Kommunismus in Albanien hatte eine strenge und lebensfeindliche Ausprägung, wie sie in Europa sonst wohl nirgends zu finden war. 1968 wurde gar jegliche Religionsausübung verboten, und Albanien wurde zum ersten atheistischen Staat der Welt erklärt. Nach der politischen Öffnung des Landes Anfang der Neunziger-Jahre des letzten Jahrhunderts war das Land am Boden. Es folgte ein Prozess des vorsichtigen Wiederaufbaus, der sich – wenn auch von inneren Unruhen und Spannungen überschattet – als unumkehrbar erwies.
1992 begannen engagierte Christen aus Deutschland, diesen Prozess mitzutragen, indem sie materielle Hilfe nach Albanien brachten und die schulische Infrastruktur in einigen südost-albanischen Bergdörfern wieder aufbauten. Dieses Engagement blieb nicht ohne Auswirkungen. Die meisten Aktivitäten konzentrierten sich auf Bishnica, ein armes Bergdorf mit damals 800 Einwohnern, sowie auf umliegende Dörfer. Im Lauf der folgenden Jahre wurde die Arbeit erweitert. Einerseits wurden Projekte im Bereich der Bildung, der medizinischen Hilfe sowie der Land- und Forstwirtschaft realisiert. Andererseits öffneten sich viele Türen für das Evangelium, so dass im Juli 1998 mit der Taufe der ersten Christen die EMK-Gemeinde in Bishnica gegründet werden konnte.
Noch immer leben fast 60% der albanischen Bevölkerung auf dem Land. Viele vor allem junge Menschen wandern nun aber ab – entweder in die grösseren Städte oder sogar ins Ausland. Sie sehen keine Zukunft mehr in den kleinen und oft abgelegenen Dörfern. Dies hat auch Auswirkungen auf das Leben der EMK. Aufgrund dieser inneren Migration ist die Arbeit nicht mehr auf Bishnica fokussiert, sondern sie wurde auch auf andere Gegenden Albaniens ausgeweitet. So wurden im Jahr 2008 zwei hoffnungsvolle Gemeinden in Tirana und Pogradec gegründet.
Die für die Arbeit der EMK in Albanien verantwortlichen Personen möchten das Evangelium weiter geben und gleichzeitig den Herausforderungen der heutigen Gesellschaft wirkungsvoll begegnen. Und es gibt Zeichen der Hoffnung: Neue Menschen schliessen sich der Kirche an, und das Engagement der Laien in den Gemeinden wächst.
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